Von whitelabel Computerspielen und grünen Tuben - Ski Challenge

Internationale Online-Wettkämpfe mit regionalem Charakter - Wie Whitelabel-Computerspiele und InGame Advertising funktionieren

Ski Challenge 2013

Mit dem Spiel Ski Challenge hat die Wiener Softwareschmiede Greentube1 2005 auf das richtige Pferd gesetzt. Das Prinzip dahinter ist ebenso genial wie einfach: Die Software wird einmal programmiert und als Whitelabel-Version Lizenznehmern zur Verfügung gestellt. Intelligenter Programmierlogistik sei dank, wird das Grundsystem nun noch in einigen Merkmalen an die Anforderungen des Lizenznehmers angepasst - Fertig ist ein neues Spiel - Für einen neuen Markt. Abnehmer der Software sind überwiegend Medienunternehmen aus Europa. Beispielsweise das schweizer Fernsehen SRF, der österreichische ORF und viele weitere Unternehmen2 3.

Internationale Wettbewerbe

Da Spielen allein weniger Spaß macht als mit der internationalen Gemeinde, hat Greentube einige Features eingebaut um das ludologische Prinzip4 des Wettbewerbs zu erhöhen. So ist es möglich, ein Account in der Online-Community vorrausgesetzt, seine Rennergebnisse mit anderen zu vergleichen. Zu dem kann man seine Abfahrt als Ingame-Videosequenz abspeichern und ebenfalls hochladen. Andere Spieler können gegen diese Sequenzen als Geistfahrer antreten oder sich die Abfahrt des Spielers anschauen. Der zusätzliche Benefit für Medienunternehmen ist, dass diese die Sequenzen als User Generated Content verwenden können.

Um einen zusätzlichen Ansporn für die Spieler zu schaffen, können Medienunternehmen die Wettbewerbe in deren Sendungen promoten. Ein Spielervergleich auf nationaler sowie internationaler Ebene ist auch möglich.

Wozu ludologische Prinzipien?

Spiele als Werbeträger sind spätestens seit Moorhuhn keine Weltneuheit mehr. Aber ein Branded Game ohne Spielspaß ist einfach nur ein interaktiver Clip ohne den Spieler mitzureißen. Um nicht nur einen langweiliger Datenhaufen auf der Festplatte des Spielers zu produzieren, ist die Einhaltung ludologischer Prinzipien unumgänglich. Das erste Prinzip des Wettbewerbs wurde im vorigen Abschnitt schon erwähnt. Es gibt 3 weitere Prinzipien4, welche Ski Challenge alle erfüllt.

Die Abfahrt im Spiel ist zu Beginn, trotz gleicher Strecke und Wetterbedingungen, für den Spieler ungewiss. Keine Fahrt ist wie eine andere. Der Spieler hat mit jeder Runde die Möglichkeit seine Rennergebnisse zu verbesser oder eben nicht. Das Prinzip des Zufalls erfüllt das Spiel auf gekonnte Art, da nicht jede Runde auf einer komplett neuen Strecke mit anderen Bedingungen stattfindet bleibt dem Spieler noch genügend Lerneffekt.

Vor der eigentlichen Fahrt hat der Spieler die Möglichkeit seinen eigenen Spielfahrer zu kreieren. Hierzu kann er verschiedene Muster und Farben für dessen Skianzug wählen, das Geschlecht bestimmen oder seine Ski wechseln. Dadurch fällt es dem Spieler leichter sich in die Rolle des Skifahrers hineinzuversetzen - Das dritte Prinzip, die Maskierung, wird erfüllt.

Gewinnen oder in etwas der Beste zu sein löst Glücksgefühle aus und versetzt den Spieler in eine Art Rauschzustand. Diese Belohnungsfunktion des Spiels braucht der Mensch um ein Spiel interessant und kurzweilig zu empfinden, anders würde der Mensch es als, im weitesten Sinne, Arbeit empfinden. Durch das Wandern in der Score-Liste wird das Prinzip des Rauschs ebenfalls von der Ski Challenge erfüllt.

Fernsehnutzer werden zunehmend alt

Gerade Medienorganisationen wie dem ORF oder dem SRF liegt dieses Spiel besonders am Herzen. Aufgrund der Kultur und wohl auch der Topologie der Schweiz und Österreichs, steht Wintersport in der Gesellschaft beider Länder hoch im Kurs. Der ORF strahlte allein 2012 über 65 Stunden Live-Bilder5 der Ski-WM aus. Tatsächlich wurde das Spiel 2005 vom ORF das erste mal herausgebracht6 und betreute bis 2011 die Infrastruktur des Spiels7.

Der mediale Wandel ist kein Geheimnis. Seit das, was wir heute gemeinhin als World Wide Web verstehen, 1989 von Tim Berners-Lee ins Leben gerufen wurde, erlebte das Internet und dessen Dienste einen katapultartigen Aufschwung. Schon heute hört man viele Medienexperten davon reden wie das Internet das Fernsehen als Leitmedium langsam ablöst. Gerade die junge Zielgruppe, die Digital Natives, verbringen wesentlich mehr Zeit online - Zeit die nicht vor dem Fernseher verbracht wird8.

Medien müssen sich anpassen

Damit Medienunternehmen trotz des veränderten Mediennutzungsverhalten für den Konsumenten attraktiv bleiben, müssen diese sich zwangsläufig den neuen Gegebenheiten anpassen. Die Software Ski Challenge ist der richtige Weg.

Aber nicht nur die junge Zielgruppe erfreut sich an der Ski Challenge. Auch der Computerspiele-Markt hat sich in den letzten 20 Jahren rasant und mannigfaltig entwickelt. Seit etwa einem Jahrzehnt spricht die Games Branche zunehmend von Casual Games, kleine Gelegenheitsspiele ohne hohe Anforderungen an Computer und Spieler. Casual Games funktionieren in weit aus mehr Zielgruppen, da jeder Mensch einem genetischen Spieltrieb unterworfen ist9. Der klassische Gamer-Nerd mit verschlafenen Augenringen von der letzten Lan-Party rückt immer mehr aus dem Fokus der Spiele-Industrie. [Anmerkung: Lustiger Wikipedia-Artikel über Gamer-Typen] Da Casual Games wesentlich günstiger und einfacher zu entwickeln sind und eine breitere Zielgruppe auf sie wartet, ist es logisch dass dieses Spiele-Genre gerne für Werbezwecke, Windowing oder um einen zusätzlichen Mehrwert zu schaffen eingesetzt werden10.

InGame Advertising

Umsonst ist nur Luft und Liebe, alles andere was der Mensch nicht mit Geld bezahlt, zahlt er mit seiner Aufmerksamkeit. Eine der wichtigsten Einnahmequellen für Medienunternehmen ist die Werbung. Auch Computerspiele können sich über Werbung finanzieren, wie Ski Challenge zeigt. 2010 nahmen über 800.000 Spieler an der Challenge teil und fuhren insgesamt über 150.000.000 Rennen11, eine durchaus beachtliche und attraktive Reichweite für Werbetreibende Unternehmen.

InGame Advertising in Ski Challenge 2013

Greentube hat neben dem Spiel hierfür eigens eine InGame Adserver Technologie entwickelt. Die Adserver-Technologie, welche für mehrere Spiele eingesetzt wird erreicht heute über 15 Millionen Spieler und Spielerinnen weltweit12.

Die Werbung wird über Texturen in das Spiel eingebunden. Durch stetige Updates und Synchronisationen mit dem Server, über welche auch die Spielergebnisse anderer Spieler auf den PC gelangen, können auch neue Werbe-Texturen nachgeladen werden und sogar Kampagnen-Zeiträume eingestellt werden.

Ski Challenge bietet diverse Plätze im Spiel an, an denen die Werbung platziert werden kann. Beispielsweise an den Banden am Rand der Piste, Fahnen, herumschwebenden Heißluftallons oder dem Aufdruck auf der Rückseite des Skianzugs des Spielers.

Eingeblendete Werbung stellt äquivalente zu den aus dem Web bekannten Full Bannern (468x60 Pixel) dar und werden zur Kostenberechnung als solche behandelt.

Ein gelungenes Spiel

Bedenkt man die Einhaltung der eingangs beschriebenen ludologischen Prinzipien, sieben Jahren Erfolgsgeschichte des Spiels, die geniale Whitelabel-Vermarktungsstrategie von Greentube und die Adserver-Technologie, handelt es sich bei der Ski Challenge um ein durchdachtes und intelligent entwickeltes Computerspiel und ist somit ein Vorzeigeprodukt für die Werbe- und Medienbranche und zeigt wie Fernseh- bzw. Sportereignisse und Computerspiele gekonnt miteinander verknüpft werden können.

Und auch aus Sicht des Spielers macht es wirklich Spaß die digitale Piste hinunter zu rasen. Die Steuerung ist einfach, wirkt aber realistisch, der Schwierigkeitsgrad ist nicht zu hoch, dennoch herausfordernd und die Grafik kann sich für ein kostenloses Casual Game wirklich sehen lassen. Eben ein gelungenes Spiel für eine langweilige Vorlesung oder die Mittagspause ;)

Quellen